Unser erster Röhrenverstärker





Da Peter und ich nicht nur notorische Bastler und Tüftler, sondren auch begeisterte Musik- und Hififreunde sind, bestand schon seit langer Zeit der Wunsch zu Peters Hornkonstruktion einen kleinen Röhrenverstärker zu bauen.

Nach langer Suche fand Peter auf loetstelle.net einen sehr interessantes Projekt nahmens EL84-Compakt, welches durch seinen Aufbau mehrere Möglichkeiten der Röhrenansteuerung zuläßt. Mann kann den Verstärker in Pentoden-, Trioden- oder Ultralinearschaltung aufbauen, hat also einige interessante Experimentiermöglichkeiten in einem Gerät. Auf den genauen Aufbau werde ich hier nicht eingehen, das haben auf loetstelle.net schon Leute sehr ausführlich und fundiert getan, doch möchte ich einige praktische Tips zum Aufbau geben, so z.B. zur Spannungsversorgung der Vorstufenröhre und den dazugehörigen Lötbrücken. Die Erfahrung hat gezeigt, daß hier durch die verschiedenen möglichen Versionen schnell Probleme auftreten, welche eine mühsame Fehlersuche folgen lassen.


Die Bauteile und eine geätzte, gebohrte und bedruckte Platine kann man komplett bei "frag Jan zuerst" beziehen. Einzig das Potentiometer haben wir in einer besseren Ausführung bei einem anderen Händler bezogen.
Nach ein paar Tagen lagen dann alle Teile auf meiner Werkbank.

Zum Vergrößern bitte klicken.
Die Bauteile, zum Vergrößern bitte klicken.



Wir entschieden den Verstärker als Triode zu bauen. Als Vorstufenröhre wählte Peter die ECC82, welche zwei komplette Kanäle (stereo) bietet, allerdings auch zwei mal 6,3V Heizspannung. Die 2. Spannungsversorgung wir über eine kleine Drahtbrücke zwischen Pin 4 und 5 der ECC82 hergestellt. In der Vergrößerung des Bildes habe ich sie mittels zweier Pfeile eingezeichnet. Fehlt diese Brücke, funktioniert auch nur ein Kanal.

Platine mit Drahtbrücken
In der Vergrößerung sieht man die benötigte Brücke für 2x6,3. ">



Der weitere Aufbau machte keine großen Probleme. Die Röhrensockel wurden frei verdrahtet, da es ursrünglich geplant war die Röhren aus dem Gehäusedeckel zu führen, wird aber zu Gunsten kürzerer Signalwege nun doch direkt aufgelötet. Die zu wählenden Lötkontakte für die dazugehörigen Wicklungen der Übertrager und des Trafos sind bei den Modellen von "frag Jan zuerst" auf den Seiten der Trafobleche aufgedruckt.

Und der Klang?
CARSTEN:
Die ersten Hörversuche fanden in der Werkstatt an einem alten Sony CD-Player mit zwei ausgemusterten Canton LE102 satt. Der Klang ist recht fein auflösend ohne dabei stressig zu werden, tief gespielte Instrumente kommen bei moderater Lautstärke gut ortbar und Stimmen klingen recht luftig, allerdings sollte man keine Wunder erwarten. Er ist nicht sonderlich ehrlich, neigt ein wenig zum "weichspülen".
So verliert Tony Scotts Klarinette in "Caraven" ihre genial presente Schärfe, der Klang geht schon eher in Richtung Querflöte.
Er ist also kein Analyst, eher eine unbeschwerte Spaßkiste.

Ein ausführlicher Hörtest an hochwertigeren Boxen und Player wird folgen:

PETER:


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Der Verstärker im Probeaufbau.



Natürlich darf auf keiner Röhrenverstärkerseite das obligatorische Glühen fehlen.


Alpenglühen
Alpenglühen


Und wie wird unser Projekt weitergehen?
Natürlich soll der Verstärker noch ein nettes Gehäuse bekommen und Peter überlegt mit hochwertigeren Kondensatoren zu experimentieren.

Ich würde gerne die Ultralinearversion ausprobieren, natürlich am liebsten im direkten Vergleich mit einem zweiten, baugleichen Verstärker. Doch was macht man mit zwei Röhrenverstärkern? Noch einen dritten bauen und ein Surroundsystem aufbauen? Na, sobald wir es wissen werden wir an dieser Stelle darüber berichten.

Auf bald,
nette Grüße,
Casi und Peter




So, nach fast einem Jahr Baupause, der Modellbau forderte momentan viel Aufmerksamkeit, hat unser Amp ein selbst gebautes Aluminiumgehäuse bekommen.

Front
Front
Heck
Heck